Inhalt
1973 fordert der frühere Wimbledon-Gewinner und notorische Zocker Bobby Riggs die amerikanische Spitzentennisspielerin Billie Jean King zu einem hoch dotierten Schaukampf heraus. Das als "Battle of the Sexes" beworbene Spektakel wird mit 90 Millionen Zuschauern/innen weltweit zum bis dahin meist gesehenen Sportevent. Während der Vorbereitungen müssen sich die beiden mit privaten wie beruflichen Problemen herumschlagen. Im Streit um gleiche Bezahlung von weiblichen und männlichen Athleten hat die verheiratete King gerade erst einen Frauentennisverband gegründet und entdeckt in der Liebelei mit einer Friseurin ihre lesbischen Neigungen, die sie aber nicht öffentlich ausleben kann. Dagegen leidet der Macho Riggs unter seiner Spielsucht, die seine Ehe mit seiner wohlhabenden Frau Priscilla in die Krise stürzt, und sucht mit seinen provokanten chauvinistischen Sprüchen nach Anerkennung.
Umsetzung
Das Drehbuch von Simon Beaufoy widmet der persönlichen Entwicklung Kings deutlich mehr Leinwandzeit als ihrem Gegenspieler, der als Figur fast statisch bleibt. Mit viel Liebe zum Detail, sorgfältiger Ausstattung und analogem 35 mm-Filmmaterial erweckt das Regisseursehepaar Jonathan Dayton und Valerie Faris den Zeitgeist der 1970er Jahre auf der Leinwand zum Leben. Dramatische Szenen zur emanzipatorischen Engagement Kings und die mitreißende Rekonstruktion des Tennismatches zwischen einer 29-Jährigen und einem 55-Jährigen werden mit pointierten Dialogen und humoristischen Einschüben, für die vor allem der clowneske Showman Riggs sorgt, ausbalanciert. Der Filmabspann informiert kurz über das weitere Schicksal der realen Protagonisten.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Viele der provokanten Sprüche von Riggs sowie des Verbandschefs Kramer über die gesellschaftliche Rolle der Frau wirken aus heutiger Sicht arrogant und antiquiert. Im Unterricht bietet es sich an, wichtige Stationen der Frauenemanzipation nachzuzeichnen. In welchen Bereichen gibt es Fortschritte, wo klaffen bis heute Gerechtigkeitslücken, etwa bei der Lohngleichheit. Im Film muss King ihre Homosexualität geheim halten, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Daran anknüpfend können Schüler/innen erkunden, ob homosexuelle Sportler noch immer diskriminiert werden. Riggs' Spielsucht liefert Ansatzpunkte für eine vergleichende Diskussion über heutige Suchtphänomene von Social Media-Abhängigkeit bis zum Drogenmissbrauch. Ein Vergleich mit dem aktuellen Tennisheldenfilm "Borg/McEnroe" lädt dazu ein, die filmspezifischen Darstellungsweisen von Sportler-Biographien zu analysieren.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Kleber
,
26.10.2017
,
letzte Aktualisierung:
13.05.2020
Regie
Jonathan Dayton, Valerie Faris
Buch
Simon Beaufoy
Darsteller*innen
Emma Stone, Steve Carell, Andrea Riseborough, Sarah Silverman, Bill Pullman, Alan Cumming, Elisabeth Shue, Austin Stowell, Jessica Macnamee, Natalie Morales u. a.
Länge
121 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
20th Century Fox of Germany
Festivals
Telluride Film Festival, Toronto International Film Festival, Zurich Film Festival, London Film Festival, Filmfest Hamburg (alle 2017)