Rassismus- und antisemitismuskritische
Filmvermittlung für die 1. bis 6. Klasse

Reflexion

In Blogbeiträgen und Videos gehen Projektbeteiligte und externe Expert*innen in die Reflexion zu den Inhalten des Projektes. Neben dem Kontext von Filmvermittlung, Rassismus und Antisemitismus teilen wir Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt. 

Im Film sehen wir Film Macht Mut in einer Schulklasse in Sachsen. Zwei unserer Referent*innen begleiten die Klasse behutsam und mit vielen Filmen und spielerischen Ansätzen zu den Themen von Identität, Vielfalt, Kinderrechten und auch Ausgrenzung wie Rassismus und Antisemitismus.

Wie die Filme für unsere Workshops ausgewählt wurden und was wir dabei über Kinderfilme in Deutschland gelernt haben, teilen wir in diesem Interview. Besonders beschäftigt hat uns die Frage, wie ein Film Diskriminierung wie Rassismus und/oder Antisemitismus mit Kindern besprechbar macht und sie gleichzeitig empowern kann.

Film Macht Mut verbindet Filmbildung mit rassismus- und antisemitismuskritischer Pädagogik. Innerhalb der Filmbildungslandschaft von VISION KINO und den SchulKinoWochen ist das relativ neu und bedarf einer neuen Verortung und einem neuen Selbstverständnis in diskriminierungskritischer Filmbildung. FMM teilt Visionen und Einblicke ins Projekt.

Eva Rost führt als pädagogische Referentin Workshops mit den Konzepten von Film Macht Mut durch. Hier berichtet sie aus ihrer Erfahrung in zwei sechsten Klasse in Brandenburg.

Yanina Kochtova führt als pädagogische Referentin Workshops mit den Konzepten von Film Macht Mut durch. Hier berichtet sie aus ihrer Erfahrung in einer ersten und zweiten Klasse in Thüringen.

Merve Uslu führt als pädagogische Referentin Workshops mit den Konzepten von Film Macht Mut durch. Hier berichtet sie aus ihrer Erfahrung in einer dritten Klasse einer Förderschule in Sachsen-Anhalt.

Für eine antisemitismuskritische Filmbildung für Kinder braucht es sehr viel mehr, vielfältigere und nicht-normative Filme. Wo die Leerstellen liegen und wie ihnen begegnet werden könnte, analysiert Tirza Seene, Doktorandin zu Antisemitismus und Film an der Filmuniversität KONRAD WOLF.

In diesem Bericht werden die Veranstaltungen des Projekts Film Macht Mut resümiert und mit dem verfügbaren Bild- und Videomaterial illustriert.

Wie können wir als Institution der Filmbildung mit Filmen umgehen, die rassistische oder antisemitische Bilder und Narrative reproduzieren? Unter welchen Umständen arbeiten wir (nicht mehr) mit ihnen? Und wie sind wir selbst aufgestellt, Diskriminierung im Film zu erkennen und verantwortungsvoll damit umzugehen? Diese Fragen haben sich Mitarbeitende von Film Macht Mut mit Kolleg*innen von VISION KINO gestellt.

Francesca Sika Dede Puhlmann geht im Text auf die Frage ein, ob und wie Pädagog*innen einen rassismuskritischen Lernraum zum Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ schaffen können. Sie findet: „Der Film sollte nur unter bestimmten Voraussetzungen im Klassenraum bearbeitet werden.“

Ist die heutzutage viel geforderte Repräsentation unserer vielfältigen Gesellschaft erreicht, wenn ein Schwarzer Junge in diesem großen, beliebten Filmprojekt die Hauptrolle spielt? Journalistin, Film- und Theaterwissenschaftlerin Josephine Papke findet, der Film reproduziert rassistische Narrative anstatt Kinder rassismuskritisch zu sensibilisieren.

Antisemitismus tritt heute – zumindest in der offiziellen Filmproduktion – nicht mehr so brachial auf wie im nationalsozialistischen Propagandafilm. Er ist oft subtiler und kommt sogar ohne explizit jüdische Filmfiguren aus. Woran können wir diese subtileren antisemitischen Codes und Welterklärungen im Film erkennen?

Der sogenannte ,Orient‘ ist eine europäische Konstruktion, durch den sich weiße Menschen als überlegen, fortschrittlich abgrenzen. Im Film finden wir den Orientalismus zum Beispiel in angeblich unemanzipierten, unterdrückten Frauenfiguren wieder — oder er wird durch Gegenbilder in Frage gestellt.

Ein (Film-)Bild kann tausend Assoziationen schaffen. Das gilt leider auch für rassistische und antisemitische Filmbilder. Im Filmbildungsprojekt „Film Macht Mut“ der VISION KINO werden diskriminierende Narrative analysiert und neue empowernde Gegenbeispiele vermittelt.